Alles begann recht harmlos: Aus beruflichen Gründen muss ein Freund für ein paar Jahre den Wohnsitz wechseln. Weil er nicht die gesamte Computertechnik mitnehmen will und für die neue Wohnung auch keinen festen Internetanschluss buchen möchte, wird ein Laptop (Dell Studio 1747) und ein Vodafone Surfstick (Modell K3765 HV) angeschafft. Ich hatte nun die Aufgabe, diese beiden Komponenten miteinander zu verknüpfen :-) …
Die Geräte und das Betriebssystem
Kurz eine Zusammenfassung der gleich genannten Geräte:
- Laptop: Dell Studio 1747
- Netbook: Asus EeePC1101 HA
- Betriebssystem Laptop von Freund: Windows 7 (64bit)
- Betriebssystem Netbook von mir (zum Test): Windows 7 (32bit)
- Gerät: Vodafone Surfstick K3765 HV (Huawei E169)
Installation – Die Erste
Frohen Mutes begann ich mit der Installation. An sich kein Problem.
- Stick einstecken
- Software von emuliertem CD-Laufwerk installieren
- Verbindungsdaten eingeben
- Online sein und lächeln
Zum Lächeln kam es jedoch nicht, denn die Probleme begannen vor Schritt 3.
Nachdem das CD-Laufwerk erkannt wurde und man die Frage nach dem Ausführen der dort liegenden Installationsroutine bestätigt hatte kam es schon zur ersten Fehlermeldung:
Could not access VB Script Runtime for custom action.
Nach kurzem Googlen fanden sich einige Lösungen. Ich merkte schnell, dass ich mit diesem Problem nicht allein war. Ein beruhigendes Gefühl.
Die vorgeschlagene Lösung klang einfach. Man soll eine Eingabeaufforderung mit Administratorenberechtigung starten und folgende Befehle eingeben:
reg delete "HKCU\SOFTWARE\Classes\Wow6432Node\CLSID\{B54F3741-5B07-11CF-A4B0-00AA004A55E8}" /f
c:\windows\syswow64\regsvr32 vbscript.dll
Jedoch gab es besagten Eintrag in der Registry nicht. Das Ausführen des zweiten Befehls klappte einwandfrei und es wurde auch bestätigt, dass die Bibliothek “vbscript.dll” geladen wurde. Ein erneutes Ausführen der Installationsroutine brachte keine Erfolge.
Jetzt begann ein ca. 10-stündiger Kampf (nein, nicht am Stück) zwischen Windows 7, dem Surfstick und meiner Geduld. Wer mich kennt, weiß, dass ich bei solchen Aufgaben einen unglaublichen Ehrgeiz entwickle. Hier eine kurze Zusammenfassung der Versuche:
- unzählige Neustarts der vbscript.dll,
- anstelle der sich auf dem Stick befindlichen Software (Connection Manager Lite) wurde mehrere Versionen des Connection Managers von Vodafone probiert. Jedoch wurde der Stick von Windows 7 nicht einmal als Modem erkannt. Die Installationsroutinen brachen zudem immer ab und meldeten (sinngemäß) folgendes:
“Die Installation wurde unerwartet abgebrochen, es wurden keine Treiber installiert”
Es gab keine detaillierte Fehlermeldung oder ähnliches. - Installation des Surfsticks auf meinem Netbook, welche nach dem Löschen des besagten Registrierschlüssels problemlos funktionierte … das gab zwar Mut, half aber nun auch nicht weiter
- im Gerätemanager von Windows 7 wurde nach eventuell nicht korrekt installierten Geräten gesucht, um Treiber manuell nachzuinstallieren. Leider gab es keine.
- Mittels CCleaner suchte ich nach fehlerhaften Einträgen in der Registry, auch hier gab es keine Erfolge. Auf einem nahezu unbenutzten, drei Wochen alten Laptop gibt es noch keine großartig verkorksten Registry-Einträge.
- Mehrmaliges rausziehen und einstecken des USB-Sticks, dies soll in einigen Fällen geholfen haben, das Modem als Hardware zu erkennen … in meinem Fall half dies nicht
- Löschen des Treibers für das emulierte CD-Laufwerk auf dem Stick über den Gerätemanager um das Modem von Windows finden zu lassen … auch dies brachte keinen Erfolg
- Anruf bei Vodafone-Hotline, jedoch zitierten die Callcenter-Mitarbeiter dort auch nur die allgemein zugängliche Vodafone-Support-Seite aus dem Internet.
Mittlerweile wurde von mir ein Thread im Microsoft-Treiber-Forum und auf der Vodafone-Seite gestartet. Im MS-Forum erhielt ich nach ca. 30min die erste Antwort, mit einem Verweis auf einen anderen Thread. Dieser half leider nicht weiter, da er mir schon bekannt war. Bei Vodafone tat sich nichts.
Nach reger Kommunikation im Microsoft-Forum (innerhalb eines Tages, Dank an dieser Stelle an den User “Longsoft”), fand sich immernoch keine Lösung. Einige Hinweise deuteten jedoch darauf hin, dass die Treiber des Sticks, der im Original ein Huawei E169 ist, nicht mit Windows 7 in der 64bit-Version kompatibel ist. Vorerst legte ich die Komponenten beiseite und besuchte gemeinsam mit dem Inhaber des Laptops und Surfstick nach ein paar Tagen einen Vodafone-Store in Halle.
Der Besuch im halleschen Vodafone-Store
Hierbei handelte es sich nicht um den Laden, in dem der Stick erworben wurde. Dieser befindet sich in Norddeutschland.
Wir betraten also den im “lounchigen” Stil gehaltenen Laden. Im Gepäck hatten wir Laptop und Stick, mit der Hoffnung, dass man vor Ort eine erfolgreiche Installation durchführen kann. Nach Schilderung unseres Problems wurde uns jedoch gleich gesagt, dass dieser Stick NICHT mit Windows 7 in der 64bit-Version funktioniert.
What?!
Nirgendwo wurde mein Freund darauf hingewiesen, dass er bei dieser Version eine andere Hardware benötigt, bzw. dass es zu Problemen kommen könne. Wir waren sauer!
Man empfahl uns jedoch, den Stick durch eine ExpressCard auszutauschen. Diese würde, laut Aussage des “Experten” im Store problemlos funktionieren.
Die Hoffnung
Mein Freund rief im norddeutschen Vodafone-Laden an und bekam die entsprechende ExpressCard im Tausch gegen den USB-Stick.
Wir dachten, nun sei alles kein Problem und dieses Unterfangen wäre nun gelöst.
Welch Optimismus!
Gleich am Abend des Eintreffens der ExpressCard, eine Vodafone Mobile Connect Card E 3730, rief er mich an: Beim Installieren taucht die gleiche Fehlermeldung wie auch beim USB-Stick auf. Wir verabredeten uns, um den Vodafone-Laden erneut aufzusuchen.
Ein erneuter Besuch im halleschen Vodafone-Store
Mit Laptop und ExpressCard im Gepäck betraten wir erneut den Laden, in dem uns die Hardware empfohlen wurde und erklärten dem Verkäufer, dass die ExpressCard nicht funktionieren würde und weder Vodafone, mein Wissen und das allmächtige Internet helfen könne. Wir wollten wissen, was nun die Alternative wäre.
Da der “Experte” an diesem Tag schon Feierabend hatte und nun für zwei Wochen im Urlaub ist, konnte uns vor Ort nicht geholfen werden. Die nächste Alternative:
“Rufen Sie doch die Hotline an, die haben immer spezielle Software in der Rückhand, über die wir nicht verfügen”.
Mehr als diese zwei Alternativen konnte man uns nicht anbieten. Nachdem wir uns nun ordentlich über den miserablen Service von Vodafone ausgelassen haben und dem wirklich arrogant-wirkenden Verkäufer nicht weh tun wollten, verließen wir das Geschäft.
Eine weitere Chance war ein unabhängiger Vodafone-Store ein paar Häuser weiter. Dort erwarteten wir zwar keine Hilfe, aber man lud wenigstens eine aktuelle Version des Connection Managers aus dem Internet und hat sich vor Ort die Fehlermeldungen angeschaut. Hier fühlten wir uns zumindest nicht wie der letzte Dreck, auch wenn man uns nicht helfen konnte.
Zusätzlich erfuhren wir, dass es sich bei der erworbenen ExpressCard um ein altes Modell handelt, das normalerweise nicht mehr an Kunden verkauft wird. Wir fuhren zu mir nach Hause.
Installation – Die Zweite
Der Ehrgeiz war noch nicht versiegt und ich probierte mich wieder ca. 1h darin, die Hardware zu installieren. Immerhin wurde jetzt das Modem erkannt, nachdem ich über den Gerätemanager die Treiber des CD-Laufwerks entfernte. Außerdem habe im Internet einen Hinweis auf den Originalnamen der Hardware gefunden, es handelt sich um eine “MCC Option Express 3730″.
Weiter kam ich aber in diesem Fall leider auch nicht.
Der Anruf bei der Vodafone-Hotline
Nun rief ich persönlich bei der Hotline an. Als sich eine Frau meldete, deren Nachname meinem Vornamen glich, wertete ich dies als ein gutes Zeichen. Ich schilderte das Problem und sie legte mich in die Warteschleife, um mit einem Techniker zu sprechen. Nach 2 Minuten meldete sie sich wieder und bestätigte uns, dass es bei Vodafone noch keine Treiber für Windows 7 64bit gibt. Diese seien zwar in Entwicklung, aber einen genauen Termin für deren Veröffentlichung konnte sie nicht nennen.
Ich bedankte mich für diese Information und legte auf.
Endlich eine Frau, die uns die Wahrheit sagte.
Was nun?
Anruf im norddeutschen Vodafone-Store
Während des Telefonats kam mir eine Idee: Vodafone könne meinem Freund doch ein Netbook für die Zeit bis zur Erscheinung eines 64bit-Treibers für Windows 7 zur Verfügung stellen.
Er rief den Laden in Norddeutschland an und schlug dies vor.
Scheinbar ist dies nicht so einfach möglich, auch nicht für einen langjährigen Kunden. Der Betreiber räumte sich eine Bedenkzeit bis nach Ostern ein.
Nun sind wir wirklich gespannt, wie sich das Ganze entwickelt. Wird es ein Übergangs-Netbook geben oder muss der Vertrag gekündigt und ein anderer Anbieter gewählt werden? Mir stellt sich die Frage: Welche UMTS-Hardware bietet 64bit-Treiber an? Falls jemand einen Vorschlag hat, dann schreibt bitte einen Kommentar. Wir würden uns sehr freuen.
Dieser Artikel soll nicht nur mir helfen, meinen angestauten Frust loszuwerden, sondern auch jenen, die sich in der gleichen Lage befinden bzw. vor der Entscheidung stehen, sich UMTS-Hardware von Vodafone zuzulegen und einen Computer mit Windows 7 64bit laufen haben.
Der Vodafone-Shop in Halle hat mich jedoch zum letzten Mal gesehen … und empfehlen werde ich ihn und seine Belegschaft auch nicht mehr. Zu meiner Vodafone-Zeit habe ich dort wahrlich bessere Erfahrungen gemacht.
PS: Dank geht an das Cafe The Art in der Sternstraße in Halle, dort habe ich mit lecker Latte Macchiato diesen Artikel geschrieben :-)